Geschrieben von: Ronny Dombrowski

Die fürchterliche Furcht vor dem Fürchterlichen

 Die fürchterliche Furcht vor dem Fürchterlichen

Der britische Darsteller und Drehbuchautor Simon Pegg hat es in seiner fast zwanzigjährigen Karriere vom Nebendarsteller eher unbedeutender Fernsehserien bis hin zum Hauptdarsteller hochbudgetierter Kinofilme weit gebracht. Seinen Durchbruch verdankt Pegg ohne Zweifel der lockeren Zombie-Komödie “Shawn of the Dead”, woraufhin schon bald Rollenangebote für “Mission: Impossible III”, “Star Trek” und “Hot Fuzz – Zwei abgewichste Profis” folgten. In seinem neusten Film spielt Pegg einen Kinderbuchautor der unter Wahnvorstellungen leidet und hinter jeder Ecke einen Mörder sieht.

Kinderbuchautor Jack (Simon Pegg) möchte seinen immer gleichen Geschichten entfliehen und versucht sich stattdessen als Autor für Kriminalfälle, wofür er sämtliche Serienmörder des Viktorianischen Englands beginnt zu studieren. Schon bald sieht Jack hinter einer jeden Ecke einen Schatten der ihn verfolgt und zu ermorden versucht, woraufhin sich seine labile Psyche mehr und mehr einbildet, dass es ein Killer auf ihn abgesehen hätte. Als plötzlich Hollywood beginnt an Jacks Tür zu klopfen muss Jack sich seiner Angst stellen, doch dafür muss er erst einmal die andere Straßenseite erreichen und dann auch noch einen Waschsalon betreten, hat dieser doch keine sauberen Unterhosen mehr im Haus…

Die fürchterliche Furcht vor dem FürchterlichenAngesiedelt im fiktiven London der 70er Jahre versuchen die beiden Regisseure Crispian Mills (Never Mind the Buzzcocks) und Chris Hopewell in ihrem Debüt einen Film zu entwickeln dessen Drehbuch nur äußerst schwer in Gang zu kommen vermag. Die Geschichte rund um Jack der immer mehr seinen Verstand zu verlieren glaubt ist insbesondere in der ersten Hälfte des Filmes überaus langatmig, sieht man diesen doch zumeist allein in seiner Wohnung auf und ab gehen, während dieser entweder damit beschäftigt ist Selbstgespräche zu führen oder uns aber an seinen Gedanken per Voice-Over teilhaben lässt. Ab und an klingelt dann das Telefon mit seinem Freund Dr. Friedkin (Paul Freeman) am anderen Ende woraus so manche lustige Szene resultiert, doch kann dies über die Eintönigkeit besagter Szenen kaum hinwegtäuschen.

So richtig in Fahrt kommt “Die fürchterliche Furcht vor dem Fürchterlichen” erst als Jack eines Tages seine Agentin Clair (Clare Higgins) in einem Restaurant trifft und diese ihm offenbart, dass sie bereits ein Treffen mit einem hochrangigen Mann aus Hollywood arrangiert hat, den Jack nur noch zu treffen braucht. Der Termin ist bereits gesetzt, alles was nun noch fehlt ist die Anwesenheit von Jack, der ja bekanntlich unter allerhand Paranoia leidet und selbst davor zurück schreckt die Straße des nachts zu überqueren.

Die fürchterliche Furcht vor dem FürchterlichenGenau ab diesen Zeitpunkt beginnt “Die fürchterliche Furcht vor dem Fürchterlichen” langsam Spaß zu machen, denn wenn Jack erst einmal besagte Straße zum Waschsalon überqueren muss (er hat keine sauberen Unterhosen mehr für das Treffen…), läuft dieser von einem Missgeschick in das nächste hinein. Der Humor ist dabei stets auf einem bekannten und dennoch für Simon Pegg fast noch zu harmlosen Niveau, der es in Großbritannien leicht haben wird sein Publikum zu finden, im deutschsprachigen Raum aber auf einige Hindernisse stoßen wird. Oftmals zieht genau dieser Humor auf bestehende Klischees Londons ab, auf Situationskomik die dadurch entsteht oder aber auf simplen Wortwitz, der zwar in der englischen Tonspur gut herüberkommt, in der deutschen Synchronisation seinen Charme aber komplett verloren hat.

Zwischen besagten Szenen mit Jack im London der 70er Jahre wird der Film immer wieder durch die Kinderbuchgeschichten von Jack unterbrochen, in welchen seine Figuren bestimmte Szenen versuchen nach vorn zu tragen. All dies wirkt zuweilen etwas unpassend und ist auch ganz und gar nicht witzig, wodurch diese Szenen mehr wie ein Fremdkörper im Film wirken als eine echte Bereicherung.

Die fürchterliche Furcht vor dem FürchterlichenSimon Peggs neuster Film “Die fürchterliche Furcht vor dem Fürchterlichen” ist ab dem 04. Oktober 2012 im Verleih von Universal Home Entertainment auf Blu-ray und DVD im Handel erhältlich. Während das Bild der Blu-ray mit 1080/24p gewohnt scharf und reich an Farben ist, kann der Ton in DTS-HD 5.1 (DVD in Dolby Digital) in den Sprachen Deutsch, Englisch, Spanisch und Portugiesisch überzeugen. Wie immer haben wir uns für euch die Extras der Blu-ray ganz genau angesehen und sind dabei auf einige Interessante Dinge gestoßen, die sich Fans von Simon Pegg unbedingt ansehen sollten. Es gibt einen exklusiven Audiokommentar von Simon Pegg und den Regisseuren Crispian Mills und Chris Hopewell, ganze acht unveröffentlichte bzw. erweiterte Szenen von etwa 17 Minuten Länge sowie einem Interview mit Simon Pegg, Crispian Mills und Chris Hopewell von 14 Minuten, in denen sie noch einmal auf die Entstehung des Filmes eingehen.

Crispian Mills und Chris Hopewells “Die fürchterliche Furcht vor dem Fürchterlichen” ist leider einer jener Filme mit Simon Pegg die zu seinen schwächeren zählen. Die Geschichte ist gerade am Anfang überaus langatmig, der Humor nur bedingt witzig und zuweilen zu sehr auf britische Klischees geeicht, sodass nicht jeder Deutscher diese verstehen wird.

 

Start: 04.10.2012

Copyright: Universal Pictures

Kategorie: Comedy

Länge: 100 min

Bewertung Film: (5,5/10)

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Bewertung Extras: (7/10)

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