Geschrieben von: Ronny Dombrowski

Steve Jobs: The Lost Interview

Steve Jobs: The Lost Interview

Einer der klügsten Köpfe in der Computer und Unterhaltungsindustrie des 20. Jahrhunderts war ohne Frage der Apple Mitbegründer Steve Jobs, der nicht nur die Computersparte des Mac revolutionierte sondern ebenfalls für die Produktlinie des iPod, iPhone und des iPad verantwortlich war. Wer aber war der Mann der schließlich am 5. Oktober 2011 einer schrecklichen Krankheit erlag?

Im Jahre 1995 gab Steve Jobs ein Interview in Robert X. Cringely seiner Fernsehserie “Triumph of the Nerds” welches das Ausnahmetalent von einer völlig anderen Seite zeigte. Besagtes Interview wurde allerdings zu Lebzeiten von Steve Jobs nie gesendet, ging doch auf der Überfahrt von London nach New York das Master-Tape verloren. Über fünfzehn Jahre später fand der Produzent Paul Sen (The Whistleblowers: Behind the Scenes) in seiner Garage eine Kopie des besagten Tapes, dass trotz seiner minderen Qualität den Mann Steve Jobs von einer Seite zeigt, die für viele Menschen womöglich völlig unbekannt ist.

Steve Jobs: The Lost InterviewAufgenommen im Jahre 1995 erfolgte das Interview ganze zehn Jahre nachdem der Apple Mitbegründer Steve Jobs von CEO John Sculley aus seiner eigenen Firma geworfen wurde und wiederum ein Jahr bevor Jobs erneut zu Apple zurückkehrte und damit begann die Produktlinie erneut zu revolutionieren.

Das Interview selber ist aus stilistischer Sicht völlig unspektakulär, stellt Cringely doch immer wieder aus dem Off heraus Fragen, während Steve Jobs diese nach und nach beantwortet und die Kamera so ständig seine Person als Mittelpunkt behält. So berichtet Steve Jobs von der Zeit als er mit gerade einmal 12 Jahren in den Sommerferien bei Hewlett-Packard war und von deren Mitarbeiterführung angetan war, von dem Zusammentreffen mit Steve Wozniak und natürlich von dem wahnwitzigen Plan mit Hilfe des Tons einer Trillerpfeife jenen Abrechnungsgebührenton nachzumachen, mit denen AT&T seine Ferngespräche berechnet. Natürlich erzählt Jobs mit einem lächeln im Gesicht von der sagenhaften Blue Box die sie beide entwickelt haben, von dem allerersten Apple I der damals als Prototyp noch in einer Holzbox steckte und seine damit verbundenen Erfolge, bei denen er mit gerade einmal 23 Jahren bereits eine Million Dollar besaß und nur zwei Jahre später sein Vermögen auf ganze 100 Million Dollar anwachsen lassen konnte.

Steve Jobs: The Lost InterviewFür Steve Jobs war jedoch nie das Geld ausschlaggebend, es war das Gefühl etwas erreicht zu haben von dem alle sagten das es unmöglich sei. So scharrte er die klügsten Köpfe der Welt um sich zusammen, entwickelte den Apple II, den Apple III und schließlich auch den Macintosh der bis heute Bestand hat und damals der erste Computer mit einer grafischen Benutzeroberfläche war, die wiederrum mit einer Maus gesteuert wurde. Jobs berichtet von Differenzen mit ehemaligen Angestellten Hewlett-Packards bei der Entwicklung der Maus, bei dem Design seiner Computer und natürlich auch von jener Zeit, als er mit dem Pepsi-Manager John Sculley jenen Mann als CEO ins Unternehmen holte, der Jobs einige Jahre später auch feuern sollte.

Steve Jobs berichtet jedoch nicht nur über die erfundene Hardware, von sich und seinem Team sondern vor allem von seiner Sicht der Dinge bezüglich dem finden von Ideen, der Macht eines Designs und der Fähigkeit wenn seine sog. “A-People” nur mit gleichklugen zusammenarbeiten müssen, wodurch gerade die Ideen ungebremst umgesetzt werden können. Im späteren Verlauf des Interviews fragt Cringely ihn wie seine Zukunft aussehen werde, wo Steve Jobs einige interessante Details preisgibt, die man insbesondere aus der heutigen Zeit rückblickend teilweise kritisch, teilweise aber auch mit einem lächeln im Gesicht betrachten könnte. Er berichtete bereits 1995 das es mit Apple unter der Leitung von John Sculley mehr und mehr bergab gehe, dass Jobs und sein Team momentan an einer völlig neuen grafischen Benutzeroberfläche namens OSX arbeiten würden und er darin auch die Zukunft des Marktes sehe. Eine überraschende Wendung hat das Interview gegen Ende wenn Jobs auf die Firma Microsoft angesprochen wird, wo er sehr lange über seine Worte nachdenken muss. Er berichtet von der Ideenlosigkeit von Microsoft Produkten, von deren Design und vergleicht diese anschließend mit der Massenware von McDonalds, der schließlich die Seele fehle.

Über das Pro und Kontra warum man dieses Interview in ausgewählten Kinos zeigen muss wird man sich womöglich streiten können, denn eine erneute Ausstrahlung im Fernsehen hätte wohl genauso ausgereicht. Nichts desto trotz zeigt uns Robert X. Cringely in seinem Interview einen Steve Jobs der bereits 1995 ganz genau wusste was die Zukunft für ihn bereithalten würde, der uns Einblicke in seine Denkweise gestattet und uns jene Dinge aufzeigt die für ihn immer wichtig im Leben waren.

Start: 06.09.2012

Copyright: NFP marketing & distribution

Kategorie: Documentary

Länge: 69 min

Bewertung Film: (7/10)

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