
Rückblickend auf die letzten dreißig Jahre hat wohl niemand so sehr die 80er Jahre im Bereich des Science-Fiction geprägt wie Regisseur und Produzent Ridley Scott, der sich insbesondere mit dem legendären “Blade Runner ” und dem zeitlosen “Alien” einen Namen machen konnte. Über dreißig Jahre später kehrt Ridley Scott zu seinen Wurzeln des Science-Fiction Genres zurück und liefert mit “Prometheus” das lang erwartete Prequel zu seiner Aliens Saga.
Auf einer Expedition im Jahre 2089 stoßen die Archäologen Elisabeth (Noomi Rapace) und Charlie (Logan Marshall-Green) in den schottischen Highlands auf eine Höhle mit einer 35.000 Jahre alten Zeichnung, welche dasselbe Sternenmuster aufweist wie viele ähnliche Objekte von völlig unterschiedlichen Kulturen. Mit Hilfe der millionenschweren Weyland-Corporation können sie das Bildnis anhand von astrologischen Sternenkarten ausfindig machen und stoßen dabei auf den Planeten LV-233, der die Heimat der Schöpfer der Menschheit darstellen soll. Zusammen mit einem Team aus Forschern, der Weyland-Mitarbeiterin Vicker (Charlize Theron) und ihrem Roboter David (Michael Fassbender) machen sie sich auf die Reise und entdecken auf dem Planeten Dinge, von denen niemand von ihnen je geträumt hätte…
Nach Ridley Scott’s “Alien” aus dem Jahre 1979 haben sich James Cameron, David Fincher und Jean-Pierre Jeunet jeweils an einer Fortsetzung des Klassikers versucht und obwohl alle qualitativ als durchaus hochwertig anzusehen waren, konnte keiner von ihnen an die Stimmung des ersten Teiles anknüpfen. Nach dem zuletzt erschienenen “Alien – Die Wiedergeburt” mehrten sich immer wieder die Gerüchte über einen zusätzlichen Teil, bis schließlich 15 Jahre später Ridley Scott persönlich erneut sich diesem wieder widmete.
Obwohl “Prometheus” offiziell als Prequel der Alien Serie anzusehen ist und das bisherige Universum in einigen wesentlichen Punkten erweitert, ist für Neulinge ein Quereinstieg absolut kein Problem. Die Geschichte rund um das Raumschiff Prometheus und den Planeten LV-233 kann durchaus für sich allein stehen und dennoch werden gerade alteingesessene Fans der ersten vier Filme genügend Stellen finden, in denen auf spätere Filme verwiesen und die Ausgangsbasis für einige spätere Ereignisse in die Wege geleitet werden.
In “Prometheus” überzeugen jedoch nicht nur die wirklich gute Geschichte sondern vor allem die überaus gelungenen Spezialeffekte, bei denen der Zuschauer zu keiner Zeit die Augen von der Leinwand abzuwenden vermag. Die Settings und Landschaftsaufnahmen sind großartig gelungen, die Ausleuchtung innerhalb des “Gebäudes” auf LV-233 nahezu perfekt und auch wenn das 3D nicht an so spektakuläre Werke wie “Hugo Cabret” anzukommen vermag, so ist es dennoch oberhalb von allem was man sonst aus dem 3D Segment gewohnt ist.
Herzstück der ersten vier Filme war ohne Frage Sigourney Weaver in der Rolle der taffen Ripley, die nun allerdings mit der schwedischen Schauspielerin Noomi Rapace (Sherlock Holmes – Spiel im Schatten) einen würdigen Nachfolger gefunden hat. Sie läuft als ähnlich starke Persönlichkeit durch die undurchdringlichen Gänge des Raumschiffes, schreckt nicht davor zurück sich einen Alien aus dem Leib zu schneiden und wirkt dabei dennoch in dem Maße zartbesaitet und zerbrechlich, wie es ihre Rolle von ihr verlangt. An ihrer Seite gelingt Michael Fassbender (Inglourious Basterds) erneut eine ähnlich starke Leistung wie er sie zuletzt in “Shame” geliefert hat, bildet er als Roboter David jederzeit jenen undurchdringbaren Gegenpart zu Elizabeth Shaw, bei dem der Zuschauer steht’s im Ungewissen ist was dieser womöglich diesmal auszuhecken vermag.
Ridley Scott’s Alien Prequel “Prometheus” überzeugt auf ganzer Linie und setzt erneut einen Meilenstein im Science-Fiction Genre, dass sich niemand entgehen lassen sollte. Die Geschichte passt perfekt in das bereits bekannte “Alien” Universum, die visuelle Umsetzung ist einfach grandios und auch wenn man ein wenig der Musik von Jerry Goldsmith hinterhertrauert, so lädt das Gesamtpaket auch noch lange nach dem Ende des Filmes zum Diskutieren ein.
