
Den amerikanischen Kinderbuchautor Theodor Seuss Geisel mit dem Pseudonym Dr. Seuss kennen in unseren Breiten wohl nur die wenigsten Menschen, obwohl dieser mit seinen zahlreichen Büchern und Verfilmungen wie “Ein Kater macht Theater” oder “Der Grinch” die Herzen von Millionen Kindern im Sturm erobern konnte. Seine Bücher wurden in 95 Ländern der Welt gelesen, in 17 Sprachen übersetzt und gingen mehr als eine halbe Milliarde Mal über den Ladentisch, nur um jetzt erneut für die Leinwand adaptiert zu werden.
Thneedville ist eine Stadt aus der jeglicher Natur vertrieben wurde. Die Bäume und Pflanzen sind aus Plastik, der gerissene Geschäftsmann Aloysius O’Hare (Rob Riggle) verkauft in Flaschen abgefüllte Frischluft und der zwölfjährige Ted (Zac Efron) wünscht sich nichts sehnsicher, als seiner Angebeteten Audrey (Taylor Swift) einmal im Leben einen echten Baum zu zeigen. Um dieses Vorhaben zu verwirklichen geht er auf die Suche nach dem geheimnisvollen Once-ler (Ed Helms) der ihm eine Geschichte von den Anfängen des Tals erzählt, von einem gierigen Geschäftsmann und einem geheimnisvollen Lorax, dem Hüter der Bäume…
Die meisten amerikanischen Kinder kennen Dr. Seuss und so war es für Chris Renaud (Ich – Einfach unverbesserlich) und Kyle Balda (Die Monster AG) von Anfang an klar, dass eines ihrer nächsten Projekte unbedingt über den Lorax handeln musste, dem Hüter der Bäume im weit abgelegenen und idyllischen Truffula-Tal. Besagtes Truffula-Tal ist der Lebensraum für eine vielfältige Flora und Fauna. Dort leben Swomee-Schwäne, Summ-Fische, die kleinen bärchenartigen Bar-ba-loots und natürlich der Hüter des Waldes, der Lorax.
Ursprünglich wurde “Der Lorax” von Dr Seuss im Jahre 1971 geschrieben und war für jene Hippie Zeit der Flower-Power-Ära überaus weit voraus, handelte dieses doch vor allem von Umweltschutz und dem nachhaltigen Umgang mit der Natur. Doch “Der Lorax” ist nicht einfach nur ein Kinderbuch mit einer unterschwellig verpackten Moral von Öko-Terroristen jener Zeit, es ist eine Parabel dafür, wie man im Einklang mit der Natur leben und diese dennoch für sich nutzen kann. Dr. Seuss brachte dies einmal selber ganz passend auf den Punkt als er sagte: “Der Lorax sagt nicht, dass Bäume zu fällen unmoralisch sei. Ich lebe selbst in einem Haus aus Holz und schreibe Bücher, die auf Papier gedruckt werden. Im Buch “Der Lorax” geht es darum, sorgsam mit dem umzugehen, was wir haben. Es ist eine Botschaft gegen Umweltverschmutzung und gegen die Gier.”
Neben seiner Botschaft soll “Der Lorax” aber vor allem unterhalten und das gelingt Chris Renaud und Kyle Balda genauso wie seinerzeit Dr. Seuss mit seinen Büchern. Die Welt rund um das Truffula-Tal und Thneedville ist liebevoll animiert, wobei zum einen das 3D wirklich sehenswert ist, dieses sich zum anderen aber auch in Grenzen hält, was insbesondere Kleinkindern entgegen kommen wird. Das besondere an “Der Lorax” sind neben dem grummeligen orangenen Kerl aber vor allem die vielen liebevoll erstellten Nebenfiguren, welche allesamt äußerst lustig und unterhaltsam sich in das Gesamtkonstrukt einreihen. Ob dies nun die kleinen bärenartigen Wesen sind, die Fische oder Once-ler als junger wie auch älterer Mann, die Figuren sind überaus kindgerecht aufbereitet.
Neben den überaus schönen Bildern und den leicht zugänglichen Figuren dürfen neben der eigentlichen Moral natürlich nicht jene Personen fehlen die gerade in Animationsfilmen den Wesen ihre Stimme verleihen. In der englischen Version sind dies Danny DeVito, Ed Helms, Zac Efron, Taylor Swift, Rob Riggle, Jenny Slate und Betty White, doch auch die deutsche Synchronisation kann auf Namenhafte Sprecher zurückgreifen. Dazu gehören Florian Halm, Jannik Schümann, Yvonne Greitzke, Olaf Reichmann, Britta Steffenhagen und Barbara Adolph, wobei das ganz besondere auch hier Danny DeVito selber ist, der neben der englischen und der deutschen sogar die russische und die spanische Version des Lorax gesprochen hat.
“Der Lorax” ist ein wirklich sehenswerter Kinderfilm mit einer gut aufbereiteten Moral die insbesondere in der heutigen Zeit noch sehr viel mehr Bedeutung erfährt als das dies Dr. Seuss im Jahre 1971 wohl bezweckt hatte. Neben den kurzen 85 Minuten stören lediglich die musikalischen Unterbrechungen, die der Geschichte einiges an Fahrt berauben und zuweilen nicht ganz passen.
