Geschrieben von: Ronny Dombrowski

Ein Jahr Vogelfrei

Ein Jahr Vogelfrei

Der amerikanische Regisseur und Oscar-Gewinner David Frankel begann seine Karriere mit Fernsehserien wie “Grapevine” und “Doctor Doctor”, feierte um die Jahrhundertwende Erfolge mit “Sex and the City” und begann dann eine steile Karriere im Kino-Segment mit seinen Filmen “Der Teufel trägt Prada” sowie “Marley & ich”. Nach drei Jahren Abstinenz ist Frankel nun mit seinem neusten Werk “Ein Jahr Vogelfrei” zurück und konnte dafür die Comedy Stars Jack Black, Steve Martin und Owen Wilson verpflichten.

Drei leidenschaftlichen Ornithologen wetteifern darum, wer von ihnen in einem Jahr die meisten Vogelarten entdecken kann. Alle drei haben derweil im privaten Bereich eigentlich mit ganz anderen Problemen zu kämpfen: Brad Harris (Jack Black) ist geschieden und steckt in einer beruflichen Sackgasse, der überaus erfolgreiche Unternehmer Stu Preissler (Steve Martin) möchte sich endlich in den wohlverdienten Ruhestand verabschieden und Vorjahresgewinner Kenny Bostick (Owen Wilson) steckt in einer Midlife-Crisis, in der ausgerechnet seine Frau Jessica (Rosamund Pike) von ihm endlich ein Kind bekommen möchte. Alle drei nehmen sich in diesem Abschnitt ihres Lebens eine Auszeit von einem Jahr, um quer durch die Vereinigten Staaten seltenen Vögeln nachzujagen und sich gegenseitig auszustechen…

Ein Jahr VogelfreiJedes Jahr wird in den Vereinigten Staaten zum großen “The North American Big Year” ausgerufen, in dem Ornithologen aus aller Welt ein ganzes Jahr lang möglichst vielen Vögeln nachjagen, um am Ende eine begehrte Trophäe in Empfang zu nehmen. Basierend auf der losen Zusammenfassung des Journalisten Mark Obmascik aus dem Jahre 1998 versucht Drehbuchautor Howard Franklin (Der Name der Rose) das erlebte dreier Konkurrenten möglichst dramatisch umzusetzen, wobei dieser bestenfalls auf deren Rahmenhandlung aufbaut.

Brad, Stu und Kenny haben jeder für sich bereits seit längerem einen Traum, den Traum in etwas endlich einmal der beste zu sein. Kenny hält den Vorjahresrekord von 732 verschiedenen Vögeln und möchte entgegen dem Wunsch seiner Frau seinen Rekord auch in diesem Jahr verteidigen, Stu möchte entgegen seiner Arbeitskollegen endlich in Rente gehen und sich seinem Hobby widmen und Brad hofft insgeheim durch den ersten Platz endlich einmal wieder sein Leben in die richtigen Bahnen zu lenken, nachdem ihn seine Frau verlassen hat und seine Eltern ihn nur noch belächeln.

Ein Jahr VogelfreiEin ganzes Jahr lang machen sich alle drei nun auf den Weg und finden dabei ganz unterschiedliche Dinge. Brad und Stu werden abseits des Wettbewerbes auf einmal Freunde und ziehen zusammen durchs Land auf die Suche nach Vögeln, beide lernen das Privatleben schätzen und schaffen es durch Freundschaft und Zusammenhalt dennoch, dem ehrgeizigen Kenny auf den Fersen zu bleiben. Obwohl die Geschichte von Drehbuchautor Howard Franklin alles andere als originell ist, ist die Botschaft dahinter doch umso überzeugender. Wo fängt Passion an und wann wird diese zur Obsession, in der der Mensch bereit ist alles zu opfern?

Natürlich ist das Thema der Ornithologen und ihr “Big Year” nicht leicht zugänglich in unseren Breiten und dennoch schaffen es Jack Black (School of Rock), Steve Martin (Der rosarote Panther) und Owen Wilson (Midnight in Paris) die Geschichte mit einer guten Prise Humor nachhaltig positiv zu beeinflussen. Alle drei harmonieren perfekt zusammen obwohl sie ein Großteil der Zeit Gegenspieler sind, sodass es trotz der wenig mitreißenden Geschichte nie langweilig wird. Besonders gelungen sind hierbei die eingefangenen Bilder von Kameramann Lawrence Sher (Hangover), der eine wunderbare Tier- und Pflanzenvielfalt in über 100 verschiedenen Locations präsentiert.

Obwohl  ”Ein Jahr Vogelfrei” bereits vor 8 Monaten in den USA angelaufen ist und bei einem Budget von 57 Mio. Dollar gerade einmal ein Einspielergebnis von 7,5 Mio. zu verzeichnen hat, ist es dennoch eine durchaus empfehlenswerte und vor allem abwechslungsreiche Komödie. Die Geschichte ist wenig originell und das “Birding” mag die wenigsten ansprechen und doch sind Jack Black, Steve Martin und Owen Wilson ein Garant für ein paar ordentliche und gut platzierte Lacher.

Start: 14.06.2012

Kategorie: Comedy

Länge: 100 min

Bewertung Film: (6/10)

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