Geschrieben von: Ronny Dombrowski

Isle of Man – TT – Hart am Limit

Isle of Man - TT - Hart am Limit

In der Formel 1 ist jedes Jahr das Rennen von Monaco ein großes Ereignis, wenn die Rennfahrer mit atemberaubender Geschwindigkeit zwischen den Häusern der Großstadt entlang fahren und die Gefahr hinter jeder Ecke lauert. Wesend gefährlicher ist jedoch die jährlich stattfindende Tourist Trophy (kurz: TT) auf der Isle of Man, dass als älteste, gefährlichste und umstrittenste Motoradrennen der Welt gilt.

Seit seiner Gründung im Jahre 1907 hat die TT bereits über 230 Todesopfer gefordert und es werden jedes Jahr mehr, wenn die Fahrer mit Geschwindigkeiten von über 200km/h durch die Ortschaften fliegen. Im Mittelpunkt der 14 Tage andauernden TT stehen für jeden Rennfahrer fünf Rennen, mit denen er in die Analen der Geschichtsbücher eingehen kann. Der beste Rennfahrer der TT war der Brite Joey Dunlop, der ganze 26 Rennen gewann bevor es ihm am 02. Juli 2000 bei einem Rennen in Estland schließlich das Leben kosten sollte.

Isle of Man - TT - Hart am LimitRegisseur Richard De Aragues hat sich für seine Dokumentation “Isle of Man – TT – Hart am Limit” die TT im Jahre 2010 ganz genau angesehen, die Fahrer bei ihrer Vorbereitung begleitet und das eigentliche Rennen dokumentiert, dass wieder zahlreiche Verletzte und auch Todesopfer fordern sollte. Im Mittelpunkt von De Aragues Dokumentation steht der junge britische Rennfahrer Guy Martin, ein Mechaniker und Motoradnarr wie es von seiner Sorte wohl nur wenige gibt. Mit Frauen konnte er noch nie etwas groß anfangen berichtet er, dafür umso mehr mit Motoren und schweren Maschinen. Wenn er in seiner Werkstatt so lässig mit seinem alten Herrn über vergangene Rennen philosophiert und mit seinem Kumpel über Verletzungen spricht, so erscheint vieles einfach unwirklich. Offen spricht er vom möglichen Tod der ihn bei der TT jederzeit begleitet, von den zahlreichen Todesopfern innerhalb seines Freundeskreises und auch Martin weiß, dass auch er irgendwann dran ist.

Während De Aragues im ersten Teil sich eher auf die Rennvorbereitung und Martin’s Leben konzentriert, steht in der zweiten Hälfte das Rennen selber im Fokus. Neben Martin kommen Ian Hutchinson, John McGuinness, Michael Dunlop, Keith Amor und Bruce Anstey zu Wort, die alle ihre jeweilige Sicht der Dinge wiedergeben und von der TT schwärmen. Sie alle wissen das dies das gefährlichste Rennen der Welt ist, sie alle haben enge Freunde hier verloren und dennoch ist es dieser Kick den sie jedes Jahr aufs Neue verspüren, wenn sie die engen Kurven in den Ortschaften nehmen, hinter jeder Ecke schon der nächste Baum auf sie wartet oder man bei 150km/h in der nächsten Hecke landet. Am treffendsten hat dies Guy Martin am Anfang selber formuliert wenn er sagte: “Das ist die Realität, man kehrt vielleicht nicht mehr heim.”

Isle of Man - TT - Hart am LimitAuch im Jahr 2010 soll die TT wieder jede Menge Spaß für Motoradfans bieten, jede Menge aufregende Rennen und jede Menge Frust bei Guy Martin, unserem Hauptprotagonisten. Während er sich über kleinliche Zeitrichter aufregt und sich Abends in seinem Wagen noch einmal die Streckenführung ansieht, überschatten auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Unfälle die TT. Der Neuseeländische Rennfahrer Paul Dobbs starb im Alter von nur 39 Jahren, hinterlässt Frau und zwei Kinder und löst bei allen Fahrern Betroffenheit aus. Neben Dobbs starb auch der Östereicher Martin Loicht, fünf weitere Menschen erlitten schwerste Verletzungen und zahlreiche Fahrer wurden verwundet.

Neben diesen Werten rückt der historische Sieg von Ian Hutchinson schon fast ab in die Bedeutungslosigkeit, konnte doch er doch als einziger bisher alle fünf Rennen der TT gewinnen. Wie es der Zufall jedoch so wollte, stürzte er schon wenig später in einem anderen Rennen schwer, in dem ihn ein anderer Fahrer schließlich noch über das Bein fuhr. Die Ärzte versuchten alles um sein Bein zu retten, er war voller Hoffnung das er wieder auf die Beine kommt, nur um im nächsten Jahr erneut bei der TT teilnehmen zu können.

Isle of Man - TT - Hart am LimitAb dem 24.04.2012 kommt “Isle of Man – TT – Hart am Limit” als Blu-ray, 3D Blu-ray und DVD in den Handel und lässt das Herz eines jeden Motorsportfan höher schlagen. Das Bild ist in 1080/24p gewohnt scharf und auch die DTS-HD Master Audio 5.1 Tonspur kann überzeugen. Da die gewählten Synchronsprecher der deutschen Version sich manchmal etwas seltsam anhören, sollten jene mit gutem Englisch auf jeden Fall das Original nutzen. Als zusätzliches Material ist neben einigen Trailern ein etwa 18 minütiges Making Of enthalten, in dem wir weitere Szenen zum Dreh sehen und den Ablauf des 3D Filmens bewundern dürfen.

Mit “Isle of Man – TT – Hart am Limit” gelingt Richard De Aragues ein Tribut an das gefährlichste Rennen der Welt und seinen zahlreichen Todesopfern. Es gelingt ihm die Stimmung der Fahrer einzufangen, den Adrenalinrausch bei atemberaubenden Geschwindigkeiten und den Ablauf der TT, die jedes Jahr Fans und Fahrer erneut begeistert. Lediglich die etwas einseitige Berichterstattung durch Guy Martin muss man De Aragues anlasten, der durchaus auch anderen Rennfahrern mehr Zeit hätte einräumen können.

Start: 24.04.2012

Kategorie: Documentary, Sport

Länge: 104 min

Bewertung Film: (7/10)

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Bewertung Extras: (4/10)

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