Lomdon, Anfang der 1970er Jahre. Der britische Auslandsgeheimdienst, in eingeweihten Kreisen nur der “Circus” genannt, wird vom charismatischen Control (John Hurt – Brighton Rock, Harry Potter und die Heiligtümer des Todes) und seiner rechten Hand George Smiley (Gary Oldman – Harry Potter und die Heiligtümer des Todes, Book of Eli) geleitet. Nach einem verhehrenden Zwischenfall in Budapest mit Todesopfern muss Control seinen Sessel räumen. Sein langjähriger Freund und Vertrauter Smiley verläßt gemeinsam mit Control die Führungsriege des Circus. Damit werden ein paar Stellen frei, die von einer neuen Generation von Agenten besetzt werden: intriganter, karierewilliger und inloyaler als die “alten Hasen”. Es rücken nach: der neue Chef Percy Alleline (Tobey Jones – Captain America – The first Avenger, Harry Potter und die Heiligtümer des Todes), der selbstbewusste Bill Haydon (Colin Firth – The Kings Speech, Steve), der unerschütterliche Roy Bland (Ciarán Hinds – Ghost RIder – Spirit of Vengance, Harry Potter und die Heiligtümer des Todes) sowie der Bürokrat Toby Esterhase (David Dencik – Verblendung, Gefährten).
Jedoch wird Smiley eines Tages von ganz oben reaktiviert, denn Control vermutete seit langem einen Maulwurf in den eigenen Reihen, ja sogar in der höchsten Etage des Circus. Denn niemand kennt das Geschäft besser als Smiley. Er brginnt, mit Hilfe von Peter Gulliam (Benedict Cumberbatch – Sherlock, Gefährten) in den eigenen Reihen zu ermitteln, mit ehemaligen Mitarbeitern zu sprechen und das Puzzle langsam und mit viel Scharfsinn zusammen zu setzen. Aber der Maulwurf scheint immer einen Schritt voraus zu sein. Doch dann erhalten die beiden einen entscheidenden Hinweis …
Die Neuverfilmung des Agententhrillers nach dem Roman von John le Carré aus dem Jahr 1974 ist wahrhaft verworren. Der Zuschauer muss schon sehr genau aufpassen, um den Faden nicht zu verlieren. Es gibt so viele Handlungsstränge, denen man folgen muss, so viele Charaktere, die man kennen muss, und jeder kocht sein eigenes Süppchen, verfolgt seine eigenen Ziele.
Unzählige Handlungsstränge werden mit einer Leichtigkeit verwoben, ergeben am Ende einen Sinn. Das Augenmerk liegt nicht auf den politischen Wirrungen der Zeit, der allgegenwärtigen Angst vor dem russischen Feind, sondern auf den Charakteren, auf ihren eigenen Ängsten, Entwicklungen, Wegen. Der Film entschleunigt, ist unaufgeregt, ja fast ruhig (bis auf wenige Ausnahmen). Er ist – auf erfrischende Weise – ein alter Film. Smiley löst Geheimnisse ohne Hightec-Spielkram, ohne Internet, ohne Handy. Und das mit einem Scharfsinn, von dem ein Ethan Hunt oder James Bond nur träumen kann.
John le Carré ist wohl einer der bekanntesten britischen Schriftsteller. Vor allem seine Spionageromane machten ihn in der Vergangenheit berühmt. George Smiley, an sich eine eher unscheinbare Figur, ist vermutlich eine der beliebtesten Figuren le Carrés, und eine seiner ältesten. Sie taucht seit 1963 in mehr als zehn Romanen auf, in fünf davon spielt sie eine Hauptrolle.
Der Film feierte seine Premiere auf den Filmfestspielen in Venedig. Er ist für drei Oskars nominiert.
Selbstverständlich ist es einem Kinofilm fast nicht möglich, die Komplexität und Breite eines 400-seitigen Buches abzubilden, aber dennoch ist er sehenswert. Auch wenn Fans einiges vermissen werden. Aber das liebt ja in der Natur einer Romanverfilmung.
