Geschrieben von: Ronny Dombrowski

Wildes Japan

Mit ihrem neusten Werk „Wildes Japan“ entführen uns die beiden Regisseure Thoralf Grosspitz und Jens Westphalen in ein Land der Gegensätze. Auf der einen Seite haben wir Megastädte wie Tokio, die mit 34 Million Einwohnern zum dicht besiedelsten Punkt der Welt zählen, auf der anderen Seite hat Japan unberührte Natur. Bestehend aus 4 Haupt- und rund Eintausend kleineren Inseln, präsentiert uns Japan  eine einzigartige Pflanzen und Artenvielfalt, die zum Teil nicht nur vom Aussterben bedroht ist, sondern auch oftmals zum ersten Mal gefilmt wurde.

Wildes JapanIn Teil eins „Schneeaffen und Vulkane“ geht unsere Reise zur Insel Honshu, auf der die seltenen Makaken Affen beheimatet sind. Bei minus 15 Grad sieht man diese nicht nur in der sibirischen Kälte auf futtersuche gehen, sondern auch die vielen Thermalquellen ausnutzen, die Japan aufgrund der hohen vulkanischen Aktivität besitzt. Während es auf Honshu langsam wärmer wird, geht die Reise weiter gen Norden zur Insel Hokkaido. Bei Temperaturen von minus 40 Grad halten hier die Mandschurenkraniche ihre extravaganten Balztänze ab, die sie für ein Leben lang vereinigt. Neben Riesenseeadlern mit einer Flügelspannweite von 280cm sehen wir schon bald das Ende des Winters, welches durch die Kirschblüte symbolisiert wird. Halb Japan macht sich nun auf die Beine, begrüßt mit Picknicks den Frühling und lässt nach einem harten Winter wieder die Parks erblühen. Es Folgt die Zeit des Reispflanzens und der traditionellen Stierkämpfe, in denen zwei Stiere – gleich dem Sumoringen – gegeneinander antreten.

Wildes JapanDer zweite Teil von „Wildes Japan“ behandelt „Tropenstrand und Bärenland“. Auf der Insel Kyūshū toben sich am Fuße des Sakurajima Vulkans die Makaken Affen, lassen es sich in der prallen Sonne gut gehen und ernähren sich von Muscheln. Ein wichtiges Gut ist für fast alle Japaner aber ihre Religion, der sie in den verschiedensten und weit über das Land verteilten Schreinen des  Buddhismus und Hinduismus nachgehen. In ihrem tiefen Glauben und Respekt vor Pflanzen und Tieren, glauben sie auch heute noch an dessen Beseelung. Neben den Tempeln gibt es auf Kyūshū aber auch ein umfangreiches Tierreich, denn hier lebt beispielsweise der älteste und größte Lurch der Welt, der Riesensalamander. Mit einer Größe von 150 cm, einem Gewicht von 30 Kg und einem geschätzten Alter von 50 Jahren, zählt seine Art mit 20 Mio. Jahren zu einer der ältesten der Erde. Lassen wir unseren Blick jedoch einmal rüber auf die dritte und vorletzte Insel schweifen, Okinawa. Als Ferienort für die meisten Japaner herrscht hier fast immer überaus gutes Klima, bei einer atemberaubenen Natur. Hier leben allein 3700 verschiedene Tierarten und 1200 Pflanzenarten, unter denen einige der seltesten Tiere der Welt sind. Die vierte und somit letzte der Inseln ist die Hauptinsel Hokkaido, auf der im Nationalpark im Norden wohl die dichteste Bären Population der Welt ihren Lebensraum hat.

In einzigartigen wirklich guten HD Bildern schaffen es Thoralf Grosspitz und Jens Westphalen einen Überblick über die Natur Japans zu geben, wie sie so wohl bisher nur die wenigsten Menschen gesehen haben. Für Naturliebhaber und Japan Interessenten ist diese Blu-ray mehr als nur empfehlenswert.

 

Start: 27.01.2012

Kategorie: Documentary

Länge: 90 min

Bewertung Film: (7/10)

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