Das L.A. S.W.A.T. Team – rund um Anführer Tate (Steve Austin) und seinen drei Kameraden Hunt (Michael Jai White), Blanco (Steve Bacic) und Jannard (Lexa Doig) – geht ihren ganz eigenen Weg bei der Lösung von Problemsituationen. So wird bei einer Geiselnahme im Supermarkt schon mal mit dem Luftgewehr geschossen, der Geisel ein Stück Steak an den Kopf geworfen oder der Geiselnehmer mit brachialer Gewalt schlicht und einfach umgerannt, als ihn nach Vorschrift zu entwaffnen. Dies stößt insbesondere ihrem Chief (Peter Bryant) erneut auf, der sich nun mit toten Geiselnehmern, verletzten Zivilisten und einer Klage in Höhe von 250.000 Dollar konfrontiert sieht. Kurzerhand suspendiert er sein Team, schickt es erneut auf die Schulbank des FBI und lässt die Ausbildung zur erfolgreichen Anti-Terror Einheit komplett wiederholen. Tate und sein Team verschlägt es auf ihrem Ausbildungsweg in ein abgelegenes Industriegebiet, wo grade das russische Gangster Duo Demtrius (Michael Shanks) und Ilya (Candace Elaine) das Weichei Kenny (Michael Eklund) dazu bringen, einen versteckten Gegenstand von großem Wert heraus zu rücken. Leider sind diese nicht die einzigen die danach auf der Suche sind, denn die italienische Mafia – bestehend aus Lampone (Adrian Holmes) und seiner rechten Hand Storato (Darren Shahlavi) – ist ebenfalls auf dem Weg. Nur mit Übungsmunition ausgestattet und ohne Kontakt zur Außenwelt, muss sich nun Tate’s Team gegen Russen und Italiener behaupten…
Die Reihe an direkten DVD Veröffentlichungen und somit der oft damit verbundenen B-Movies nimmt auch im Januar kein Ende und so steht der neuste Film der WWE Legende Steve Austin in den Regalen. Mit dem oberen Budget (8 Mio. Dollar) eines B-Movies, versucht Regisseur und Drehbuchautor Adamo P. Cultraro (Believe, Obey, Fight!) in seinem erst dritten Werk einen Spagat, der um Längen besser ist, als er ihn mit “Corrado” vollzogen hat. Im typischen Stile der 80er Jahre verfolgt dieser einen Weg, der zum einen seine durchaus lustigen Momente hat, zum anderen aber auch von brachialer Gewalt geprägt ist.
Leider beziehen sich die eher witzigen Dialoge fast ausschließlich auf den Anfang von “Tactical Force”, in dem Tate’s Team die etwas andere Geiselbefreiung vollzieht. Egal ob mit Steacks geworfen, das M4 gegen ein Luftgewehr ausgetauscht wird oder Steve Austin kurzerhand Gewehr und Helm beiseite legt, und die Gangster in guter WWE Manier einfach weg tackelt, es macht Spaß zuzuschauen. Diese Art taucht auch in der theoretischen Ausbildung noch einmal aus, wo dem Team Fragen gestellt werden, wie man einen besetzten Kindergarten am besten befreit. Der eine nimmt dafür Rauchgranaten, der andere Tränengas und die Dritte stürmt direkt das Gebäude und schießt einfach kurzerhand alles ab, was größer als ein Kind ist. Leider kommen diese Momente im nun kommenden Teil des Filmes zu keiner Zeit wieder vor und man muss sich berechtigt fragen, wieso Cultraro diesen Bruch vollzieht.
Sobald das Team in den Lagerhallen mit Übungsmunition den bewaffneten Russen und Italiener gegenüber steht, geht es auch schon Schlag auf Schlag. Die Gegner werden mit ungewöhnlichen Methoden dezimiert, wo insbesondere Steve Austin (The Expendables) mit seiner WWE Fähigkeiten glänzen kann. Neben diesem überzeugt durchaus auch Michael Jai White (The Dark Knight), der mit seinen Karate Schlägen den einen oder andere guten Kampf hat, bevor er wieder in der Bedeutungslosigkeit verloren geht. Was Cultaro allerdings mit Lexa Doig (Jason X) vorgehabt hat, scheint sich völlig seinem Drehbuch zu entziehen. Sie steht immer nur rum, ist nicht einmal schmuckes Beiwerk und lässt sich konsequent von einem russischen Etwas verprügeln, ohne dabei auch nur eine Schramme oder blauen Fleck verpasst zu bekommen (?). Neben den lockeren Dialogen von Michael Shanks (Stargate) und Adrian Holmes (Red Riding Hood – Unter dem Wolfsmond) konnte hier aber vor allem Keith Jardine (Crank 2 – High Voltage) gefallen finden. Als ehemaliger Ultimate Fighter hat er im direkten Duell mit Austin die eine oder andere Szene, die sich durchaus sehen lassen kann.
Ab dem 27.01.2012 bringt WVG-Medien “Tactical Force” direkt auf Blu-ray und DVD in den Handel und somit in euer Wohnzimmer. In 1080p ist das Bild gewohnt gestochen scharf und auch der Ton – wahlweise in Deutsch oder Englisch – kann mit DTS-HD 5.1 überzeugen. Wie immer legen wir den Fokus aber auf die zusätzlichen Inhalte des Mediums, welche uns noch tiefere Einblicke in den Film und dessen Produktion gewähren lassen. Leider war an dieser Stelle der Verleih etwas sehr geizig, weshalb uns lediglich 10 Minuten Interviews mit Steve Austin, Michael Jai White und Keith Jardine zur Verfügung stehen, in denen diese über den Film und die vielen Action Szenen Rede und Antwort stehen.
“Tactical Force” ist einer jenen B-Movies, die Mann am besten zusammen mit seinen Freunden und 2-3 Bieren genießen sollte. Die Story ist kaum vorhanden, von Logik sollte man oft nicht sprechen und dennoch kann er mit seinen Action Szenen und dem kompletten Verzicht von Green-Screenings auf seine ganz eigene Art unterhalten.
