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Jack und Jill

Geschrieben von Ronny Dombrowski am 17. Januar 2012

Jack Sadelstein (Adam Sandler) ist ein erfolgreicher Werbefachmann und glücklicher Familienvater zweier Kinder, der mit seiner Frau Erin (Katie Holmes) und seinen Kindern in Los Angeles lebt. So sehr Jack dieses Leben auch genießt, so graut es ihm jedes Jahr aufs Neue vor Thanksgiving, an dem seine Zwillingsschwester Jill (ebenfalls Adam Sandler) zu Besuch kommt. Mit ihrer ganz speziellen Art treibt sie ihn bereits seit frühster Kindheit in den Wahnsinn und stellt auch sonst sein bescheidenes Leben regelmäßig auf den Kopf. Was Jack zu dieser Zeit allerdings noch nicht weiß ist, dass er Jill schon sehr bald mehr brauchen wird als ihm lieb ist. Kurz davor seinen größten Werbekunden zu verlieren, muss Jack alles in der Welt stehende unternehmen, um den Sagen umworbenen Al Pacino für den neuen Dunkaccino Werbespot zu gewinnen. Was anfangs noch wie eine Unmöglichkeit aussieht, soll sich schon bald ändern. Paccino verliebt sie in die ungewöhnliche Jill und eine Folge von Missverständnissen nimmt seinen Lauf…

Jack und JillWenn man in der Vergangenheit oft eines immer sagen konnte dann war es dies, dass wenn man den Trailer eines Filmes gesehen hat, man oft schon den Großteil des Filmes kennt. Ähnlich verhält es sich mit “Jack und Jill”, dem neusten aller Adam Sandler (Meine erfundene Frau, Spiel ohne Regeln) Filme. Unter der Regie von Dennis Dugan (Leg dich nicht mit Zohan an, Chuck und Larry – Wie Feuer und Flamme) – mit dem er bereits unzählige Male zusammen gearbeitet hat – entwickelt Adam Sandler als Drehbuchautor, Produzent und in einer doppelten Hauptrolle einen Film, den man am liebsten gleich wieder vergessen wollen mag, fangen wir aber von vorne an.

Zusammen mit Drehbuchautor Steve Koren (Bruce Allmächtig, Klick) entwickelt Sandler eine Geschichte über 90 Minuten, die jedweden Anspruch vermissen lässt. Im Grunde kann man den Plot mit einem Satz zusammenfassen: Seine Schwester Jill kommt zu Besuch, Paccino verliebt sich in sie und Jack benötigt Paccino für einen lukrativen Werbedeal, das war’s. Die Stärke von Sandler war in der Vergangenheit oft die unterschwellige Komik, mit der er den Zuschauer aus der Reserve locken konnte. Ob dies nun seine Rolle als Zohan in “Leg dich nicht mit Zohan an” war, seine Darbietung als Larry in der schwulen Komödie “Chuck und Larry – Wie Feuer und Flamme” oder gar seine Rolle als Barry in dem wirklich großartigen Werk “Punch-Drunk Love”. Leider muss auch ein Sandler sich so langsam eingestehen, dass dieser womöglich eine Pause braucht, oder aber bessere Drehbuchautoren. War “Kindsköpfe” schon schlechter Durchschnitt, so setzt “Jack und Jill” völlig neue Maßstäbe. Die Witze Sandlers beruhen zum Großteil auf abgedroschenen Klischees, Furzwitzen und stumpfen Beleidigungen, können flacher kaum sein und erwecken nicht den Hauch von Komik die vonnöten gewesen wäre, dieses ohnehin schon schlechte Drehbuch auch nur im Ansatz noch zu retten.

Jack und JillWenn wir aber schon einmal bei Adam Sandler sind, so gehen wir auch gleich auf seine Doppelrolle als Jack und Jill ein. Während er als Jack den typischen Sandler verkörpert, haben wir in Jill die vollkommen überzeichnete Schwester, die mehr an einen schlechten Transvestiten erinnert, als an die eigentlich verkörpernde abgedrehte Frau, auf welche die Witze aufbauen sollen. Mit weit hervorstechenden Beinmuskeln, einer völlig quietschenden Stimme von Sandler und einem unmöglichen Makeup setzt diese Rolle sogar allem noch die Krone auf. Der Einzige der mir in diesem Konstrukt noch am ehesten Leid tut, ist der ehemals so großartige Al Paccino (The Godfather, Scarface), der sich zu diesem Werk hat hinreißen lassen. Mit Ausnahme des Dunkaccino Werbespots am Ende des Filmes konnte auch seine Rolle zu keiner Zeit überzeugen, was wohl ebenfalls dem Drehbuch geschuldet ist.

“Jack und Jill” ist der mit Abstand schlechteste Film im noch jungen Jahr 2012, der zu keiner Zeit irgendwie überzeugen konnte. Ein schlechtes Drehbuch und die unmögliche Performance Sandlers machen diesen Film wohl zu einem Tiefpunkt seiner Karriere, die hoffentlich schon bald wieder andere Bahnen einschlagen wird. Um diesen Film sollte auch der größte Sandler Fan einen weiten Bogen machen, absolut nicht zu empfehlen.

 

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Jack und Jill

Länge: 91 min

Kategorie: Comedy

Start: 26.01.2012

cinetastic.de Filmwertung: (3/10)

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Jack und Jill

Geschrieben von Ronny Dombrowski

Länge: 91 min
Kategorie: Comedy
Start: 26.01.2012

Bewertung Film: (3/10)

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