Geschrieben von: Ronny Dombrowski

Die großen Fragen der Wissenschaft – Macht, Beweise und Leidenschaft

Auf der Suche nach Antworten auf die großen Fragen der Wissenschaft begibt sich der vielfach ausgezeichnete Journalist Michael Mosley auf die Spuren bedeutender Wissenschaftler und erläutert in sechs 60 minütigen Folgen die Antworten auf Fragen, die seither den Menschen bewegen.

Was ist dort draußen?

Die Antwort auf diese Frage sollte zum ersten Mal der dänische adlige und Astronom Tycho im Ansatz beantworten, als dieser in seinem ersten Observatorium über 20 Jahre lang Daten von Sternen und deren Positionen sammelte. Aufgrund dieser Arbeiten entstand später das erste Modell von Kopernikus, dass nicht die Erde, sondern die Sonne als Mittelpunkt unseres Universums sah. Von den anschließenden Errungenschaften eines Galileo Galileis, über Isaac Newtons Gravitationsgesetzt bis hin zu Edwin Hubble’s ersten Bildern von benachbarten Galaxien sollte sich schon bald ein Weltbild unseres Universums prägen, dass dem der Griechen nicht mehr im Ansatz ähnelte.

Die großen Fragen der Wissenschaft - Macht, Beweise und LeidenschaftWoraus besteht die Welt?

Die im Mittelalter ansässige Theorie, dass die Erde aus den vier Elementen Feuer, Wasser, Luft und Erde bestände, sollte nicht lang anhalten. Nach der Entdeckung des Phosphors und der Theorie, das alle Materie ausgewogen ist, egal in was man diese aufteilt, folgte die Berufung der Chemie als Wissenschaft. Es wurde mit erhitzter Luft experimentiert, es entstand der Wasserstoff und schon bald sollte auch das erste Modell des Periodensystems entstehen. Allein Humphrey Davy entdeckte acht Elemente in nur zwei Jahren. Es folgte die Entdeckung der Elektroden durch Crookes und eine bahnbrechende Entwicklung von Transistoren über die Elektronenröhre bis zum heutigen Mikrochip, der unser aller Leben nachhaltig bestimmt.

Wie sind wir hierher gekommen?

Mit der Entdeckung von Nord- Süd- und Mittelamerika legte der nach Jamaika reisende Arzt Hans Sloane den Grundstein für eine Neuentdeckung von über 800 Arten, die die Schöpfungsgeschichte mehr als nur in Frage stellten. Erst durch die Kalksteinhöhlen unter Paris konnte aber bewiesen werden, dass Arten durchaus aussterben können und wiederrum von anderen abstammen. Durch Buffon konnte das Alter diese Funde bestimmt werden, was schließlich in Robert Chainbars aufsehenerregendes Buch endete, dass wir Menschen vom Affen abstammen. Von Kirche und Kollegen gleichermaßen belächelte Theorie sollte erst Charles Darwin beweisen. Es Folgte die Theorie und der Beweis eines großen Superkontinenten und somit die Antwort auf die anfangs gestellte Frage, wie wir hierher gekommen sind.

Besitzen wir grenzenlose Macht?

Das Streben nach Macht schuf und zerstörte Schicksale,  und hat uns dennoch nachhaltig beeinflusst. Die erste Kraftquelle waren Pferdestärken, die jedoch bald vom industriellen Holland abgelöst werden sollte. Simon Stevin – Mathematiker und Ingenieur – revolutionierte die Windmühlen und katapultierte Holland zu einem Kraftwerk nie gesehener Größe. Erst im 18. Jahrhundert kam mit der statischen Aufladung und dem Magnetismus eine neue Kraft hinzu, woraufhin James Watt die Dampfmaschine erfand. Von der Thermodynamik über Alessandro Volta’s Batterie, der Kompassnadel und dem Telegrafen folgte schon bald der Brückenschlag zum elektrischen Strom. Doch selbst mit der Entdeckung des Radiums und der Energiegewinnung durch Wasserfälle soll unsere Macht nicht grenzenlos sein.

Die großen Fragen der Wissenschaft - Macht, Beweise und LeidenschaftWas ist das Geheimnis des Lebens?

Den Anfang machte Galen – ein Arzt der Antike – der Tiere sezierte und so die ersten Erkenntnisse über den inneren Aufbau des Menschen zu kennen glaubte. Obwohl diese Erkenntnisse lange Zeit Gültigkeit hatten, wurden sie von Andreas Versalius und seinem Atlas des Menschen korrigiert. Es begann ein Umdenken vom reinen betrachten des Menschen und seiner Organe, zum erforschen der eigentlich Funktionen dieser. Der Engländer William Harvey entdeckte den Blutkreislauf und wurde so Wegbereiter der modernen Physiologie. Es folgten Erkenntnisse von Zellen und deren Struktur sowie das erste Modell einer Doppel Helix von Maurice Wilkins.

Was macht uns zum Menschen?

Diese Frage beschäftigte schon die alten Ägypter, die den Mittelpunkt des Menschen im Herzen zu finden glaubten. Erst der Philosoph Rene Descartes stellte all dies in Frage und war Wegbereiter des Rationalismus. Thomas Willis brachte daraufhin das Gehirn mit den Geist in Zusammenhang, woraufhin schließlich Siegmund Freund seine Theorie zum Unterbewusstsein entwickelte. Mit der Entdeckung der Neuronen für Gefühle und Gedanken sollte schließlich auch die abschließende Frage geklärt werden, wer wir eigentlich sind. Wir sind das Produkt unserer Gene und unserer Umwelt.

In diesen sechs spannenden Fragen erklärt uns Michael Mosley auf wirklich einfache Art und Weise, wie sich die Weltanschauung der verschiedensten Themenbereiche in den letzten Jahrhunderten gewandelt hat. Er geht auf großartige Denker unserer Zeit ein, wiederholt deren Experimente von damals und stellt an Dingen dieser Zeit die Schwierigkeiten nach, die damit damals oft verbunden waren. Obwohl viele der angesprochenen Dinge auf 60 Minuten eher komprimiert und oberflächlich abgehandelt werden, legt er diese dennoch überaus interessant dar. Grade für Schüler und Jugendliche verspricht er neue Erkenntnisse über Themen die in der Schule noch dran kommen werden, oder aber eine Auffrischung des entsprechenden Stoffes. Für diese Altersgruppe und alle Wissenschaftlich interessierten – ohne das es zu trocken wird – ist diese Reihe durchaus zu empfehlen.

 

Start: 27.01.2012

Kategorie: Documentary

Länge: 360 min

Bewertung Film: (7/10)

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